Blond bringt nix
Das Erste 16.02.2011 / 20:15 Uhr
  • Rolle Schauspieler*in Agentur

  • Regie: Isabel Kleefeld

  • Buch: Annette Simon

  • Musik: Annette Focks

  • Kamera: Tom Fährmann

  • Jahr: Deutschland 2010

Böse Zungen behaupten, die Siedlung sei ein weibliches Abstellgleis, wo sich kein Mann ohne Begleitung mehr hintraut. Positivere Stimmen sagen: Da halten die Frauen noch zusammen! Denn hier wohnen sie: die alleinerziehenden und/oder verlassenen Frauen, Kassiererinnen, Bedienungen, Taxifahrerinnen und Putzfrauen. Und eines Tages das: ?Ein Mann mit keiner Frau!" Wie ein Lauffeuer spricht sich die Ankunft des alleinerziehenden Jakob entlang der graffitiverschmierten Hochhausfassaden und zwischen den Supermarktregalen der Münchener Vorortsiedlung herum. Schon am Einzugstag brodelt die Gerüchteküche. Jakob entfacht zwischen den Frauen einen wahren Wettbewerb, wer ihm wobei helfen darf. Und Hilfe benötigt ein alleinerziehender Mann allemal - da sind sich die Frauen einig. Da ist zum Beispiel die verheiratete Marion Meierhans, die ihm bei der Wäsche helfen will. Dabei benötigt Marion selbst dringend Hilfe, denn ihre heile Familienwelt, für die sie sich vor den alleinstehenden Frauen brüstet, ist hinter der Wohnungstür alles andere als heil. Auch die alleinerziehende Natalie ist hinter Jakob her. Ihr geht es um Sex, während die geschiedene Elma, Mutter der kleinen Serafina, davon träumt, wieder zu heiraten. Eine Einladung von Jakob und Laura zum gemeinsamen Hackbratenessen zu viert soll es richten. Und ein weißes Kleid, findet Elma, gehört bei der Hochzeit auch für eine Frau in ihrem Alter absolut dazu. Nur Lotti, Tagesmutter und Zentrum des weiblichen Mikrokosmos, behält einen kühlen Kopf. Zu ihr bringen die alleinerziehenden Mütter ihre Kinder, während sie tagsüber oder auch nachts ihrer Arbeit nachgehen. Auch Jakob steht kurz nach seinem Einzug mit Tochter Laura vor Lottis Tür. Er arbeitet tagsüber als Platzwart im nahegelegenen Fußballstadion, nachdem seine Fußballerkarriere nicht gezündet hat und Lauras Mutter ihn wegen einem erfolgreicheren anderen Mann verlassen hat. Lotti kümmert sich um alle ihr anvertrauten Kinder, als wenn sie ihre eigenen wären. Über ihre leibliche Tochter redet sie nie, bis Laura sie darauf anspricht. Im Laufe der Geschichte merken die Frauen, dass kein Mann die Lösung ihrer Probleme bringen kann, sondern dass es darum geht, sich den eigenen Herausforderungen und Themen zu stellen. Und das gilt auch für Lotti und ihre Tochter Rebecca, zu der sie über viele Jahre keinen Kontakt hatte.