Bella Block - Hundskinder
ZDF 27.06.2016 / 22:30 Uhr
  • Rolle Schauspieler*in Agentur

  • Regie: Andreas Prochaska

  • Musik: Matthias Weber

  • Kamera: Thomas Kiennast

Bella Block wird mit Waffengewalt von vier Kindern als Geisel genommen, deren alleinerziehender Vater vor kurzem erschossen wurde - aus Rache, Missgunst oder Habgier?

Bella versucht das Vertrauen der Kinder zu gewinnen und den Mord als auch das länger zurückliegende Verschwinden der Schwägerin des Ermordeten aufzuklären. Sollte man die Forderungen der Kinder nicht erfüllen, würden sie sich und Bella umbringen.

Sie verlangen, dass man sie nicht auseinanderreißt und ihre Mutter zurückbringt, die vor Jahren ihren mittellosen Mann und ihre Kinder verlassen hatte. Während das Haus von Scharfschützen umstellt ist, versucht Martensen, das Interesse des Schwagers des Toten an dem heruntergekommenen Hof zu klären und die Mutter der Kinder ausfindig zu machen.

Bella bemüht sich das Vertrauen der Kinder zu gewinnen, die einander auf anrührende Weise Halt geben. Sie scheinen mit Hilfe der Gewehre des Vaters die Lage fest im Griff zu haben. So nähern sich Bella von innen und Martensen von außen der bedrückenden Wahrheit. Sie klären in einem dramatischen Showdown nicht nur den Mord an dem Vater auf, sondern auch das Verschwinden der Schwägerin.

Die Autorin Susanne Schneider hat die erfolgreiche Krimireihe mit diesem thematisch anspruchsvollen, emotionalen und spannenden Familiendrama auf hohem Niveau fortgesetzt.

Die Lage des Gehöfts, auf dem diese eigenwilligen Außenseiter leben, spricht für sich: am Rande der Stadt, am Rande der Gesellschaft. Das Thema "Kinderarmut" wird in einem immer noch sehr wohlhabenden Land wie Deutschland ausgegrenzt. Neben dem materiellen Aspekt geht es hier um die Sehnsucht nach einer verbindlichen Gemeinschaft, nach Zusammengehörigkeit und Geborgenheit. Emotionale und finanzielle Not führen zur Verzweiflung.

Der österreichische Regisseur Andreas Prochaska hat zum ersten Mal die Inszenierung eines Bella Block-Films übernommen, in dem neben Hannelore Hoger, Peter Simonischek und Götz Schubert der hochtalentierte Henry Stange spielt. Devid Striesow tritt hier zum letzten Mal als Martensen auf.