James Bond 007 - Skyfall
ZDF 09.01.2018 / 20:15 Uhr
  • Rolle Schauspieler*in Agentur

  • Regie: Sam Mendes

  • Kamera: Simon Zeller

Der Bond-Film, der 2012 zum 50. Jahrestag der Reihe ins Kino kam, als Free-TV-Premiere im ZDF: "Skyfall".

Nachdem Bond bei einem Einsatz in Istanbul angeschossen wurde, tauchte er ab und wurde deshalb für tot erklärt. Der Spezialagent Ihrer Majestät erscheint erst wieder auf der Bildfläche, als seine Chefin M in schwere Bedrängnis gerät und der MI6 scheinbar nicht mehr in der Lage ist, terroristische Anschläge in London zu verhindern.

In Istanbul verfolgen Bond (Daniel Craig) und seine Kollegin Eve (Naomie Harris) einen Mann namens Patrice (Ola Rapace), der eine Diskette mit sensiblen Daten in seinen Besitz gebracht hat. Ihr Inhalt: die Namen aller NATO-Agenten, die in weltweit operierende Terror-Netze eingeschleust wurden. Ihre Enttarnung würde ihren sicheren Tod bedeuten. Daher versuchen Bond und Eve mit allen Mitteln, Patrice in ihre Hände zu bekommen. Bei einer atemberaubenden Verfolgungsjagd durch die Stadt und über die Dächer von Istanbul kommt es schließlich auf einem fahrenden Zug zu einem Zweikampf Mann gegen Mann. M (Judi Dench), die über Satellit in ihrem Londoner Büro alles mitverfolgen kann, gibt Eve schließlich den Befehl, zu schießen - obwohl es schwierig sein könnte, in der Gemengelage den Richtigen zu treffen. Eve schießt, Bond fällt. Der Top-Agent gilt als tot, Patrice kann mit den Daten entkommen.

Wenig später in London: Jemand hat alle Firewalls und Schutzmechanismen des britischen Geheimdienstes geknackt, M wird persönlich bedroht. Von ihrer Limousine aus muss sie mit ihrem Assistenten Tanner (Rory Kinnear) ansehen, wie ihr Arbeitsplatz in die Luft fliegt. Mehrere Menschen kommen dabei ums Leben. Die ersten fünf Namen enttarnter Agenten tauchen im Netz auf - ebenso ihre Hinrichtungen. Doch wer ist der Drahtzieher des Anschlags, wer veröffentlicht die Namen, wer hat noch eine persönliche Rechnung mit M offen? Gareth Mallory (Ralph Fiennes), neuer Sicherheitskoordinator, legt M nahe, sich in den Ruhestand versetzen zu lassen. Doch sie will diesen, ihren schwersten und persönlichsten Fall, erst abschließen.

Wie gut, dass Bond zwischenzeitlich von den Toten auferstanden ist und in Ms Wohnung erscheint. Er nimmt seine Arbeit wieder auf. Der MI6 ist unterdessen in unter der Oberfläche liegende Räumlichkeiten eingezogen. Und er hat einen neuen Computerspezialisten, Q (Ben Whishaw). Vor einem Turner-Gemälde in der National Gallery übergibt dieser Bond seine spartanischen Hilfsmittel - eine Waffe und einen Ortungschip.

Im Spielerparadies Macao führt eine schöne Frau (Bérénice Lim Marlohe) Bond schließlich zu Mr. Silva aka Jago Rodriguez (Javier Bardem) - dem Schurken. Der strebt im Gegensatz zu seinen Vorgängern nicht nach der Weltherrschaft. Er hat ein ödipales Problem mit Übermutter M zu lösen, die ihn im Zuge der Rückgabe Hongkongs, wo Silva für den britischen Geheimdienst tätig war, einem reibungslosen Transfer opferte. Bond kann Silva festnehmen und nach London überführen. Dort gelingt Silva die Flucht. Nach einem Anschlag auf die Londoner U-Bahn führen alle Wege ins schottische Hochland. Bond hat M dorthin mitgenommen - als Köder für Silva.

Im einsamen, verlassenen Haus (mit Namen "Skyfall") von Bonds Eltern sieht nur noch der Wildhüter Mr. Kincade (Albert Finney) nach dem Rechten. Dort kommt es zur finalen Auseinandersetzung zwischen Bond, Silva und M.

Der dritte Bond-Film mit Daniel Craig besitzt spektakuläre Action-Szenen, aber auch lange und ruhige Passagen. Mit dem Austausch von John Cleese gegen Ben Whishaw in der Rolle des Technik-Wizards, der nunmehr ein reiner Computerspezialist ist, haben sich die Rollen vertauscht - Bond ist nun der Alte und Altmodische.

Bonds Geschichte in "Skyfall" ist eine Spiegelung der Silvas, da auch Bond von M geopfert wird. Beide überleben den scheinbaren Verrat, doch dann trennen sich ihre Wege: Während Bond seiner Mission, dem britischen Vaterland zu dienen, treu bleibt, verfolgt Silva seine persönlichen Rachepläne. Dabei wird ein Familienmuster zu Grunde gelegt, in dem M wie die Mutter zweier verschiedener Söhne wirkt, die sich an ihrem Ethos abarbeiten müssen. Judi Dench verabschiedet sich mit "Skyfall" aus ihrer Rolle als M, die sie seit "GoldenEye" mit Pierce Brosnan spielte. Ihr Nachfolger wird hier mit Ralph Fiennes als Mallory eingeführt.

Während Fiennes als Gareth Mallory behauptet, es gäbe keine Schatten mehr, erklärt M vor dem Untersuchungsausschuss in Westminster, dass die Bedrohung aus den Schatten wächst. Schatten ist - in Bild und Dialog - das weitere, große Thema des Films. Alle Bond-Filme sind großartig fotografiert, doch nie zuvor wurde so explizit mit Licht und Schatten, scherenschnittartigen Passagen und exquisiten Lampen beziehungsweise Kerzen gearbeitet. Das Finale im schottischen Hochland ist von tiefen Himmeln und extremer Herbst/Winter-Stimmung geprägt. Und der Zuschauer kann einen kurzen Blick in Bonds Vergangenheit werfen.

Gedreht wurde an Originalschauplätzen in der Türkei, China, Japan, Schottland und England.

Im Dezember 2014 beginnen die Dreharbeiten für den nächsten Bond-Film, in dem Chiwetel Ejiofor ("Twelve Years A Slave") den Bond-Schurken spielt. Der deutschlandweite Kinostart des neuen, vierten Bonds mit Daniel Craig ist für den 29. Oktober 2015 vorgesehen. Neben Craig sind wieder mit dabei: Naomie Harris, Ben Whishaw und Ralph Fiennes. Als Titel wird nach Medienberichten "Risico" gehandelt. Er entstammt einer Kurzgeschichtensammlung von Bond-Autor Ian Fleming, in der auch "Ein Quantum Trost" erschienen ist.

Sendelänge 132 Minuten